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Mittwoch, 4. Mai 2011

Maria: GL 576 - eine meiner Osterfavoritten... :-)

Freu dich du Himmelskönigin, Freu dich, Maria!
freu dich, das Leid ist all dahin. Halleluja
Bitt Gott für uns, Maria

Den du zu tragen würdig warst, Freu dich, Maria!
der Heiland lebt, den du gebarst. Halleluja
Bitt Gott für uns, Maria

Er ist erstanden von dem Tod, Freu dich, Maria!
wie er gesagt, der wahre Gott. Halleluja
Bitt Gott für uns, Maria

Bitt Gott für uns, so wird's geschehn, Freu dich, Maria!
daß wir mit Christus auferstehn. Halleluja
Bitt Gott für uns, Maria

Madonna am Hochaltar in der Klosterkirche der ehemalige Reichskartause Buxheim / Iller

Samstag, 30. April 2011

II Sonntag in der Osterzeit


Acht Tage darauf waren seine Jünger wieder versammelt, und Thomas war dabei. Die Türen waren verschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: Friede sei mit euch!
Dann sagte er zu Thomas: Streck deinen Finger aus - hier sind meine Hände! Streck deine Hand aus und leg sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!
Thomas antwortete ihm: Mein Herr und mein Gott!
Jesus sagte zu ihm: Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben. (Joh 20, 26-29)

Gottes Macht behütet euch durch den Glauben, damit ihr das Heil erlangt, das am Ende der Zeit offenbart werden soll. Deshalb seid ihr voll Freude, obwohl ihr jetzt vielleicht kurze Zeit unter mancherlei Prüfungen leiden müsst. Dadurch soll sich euer Glaube bewähren, und es wird sich zeigen, dass er wertvoller ist als Gold, das im Feuer geprüft wurde und doch vergänglich ist. So wird (eurem Glauben) Lob, Herrlichkeit und Ehre zuteil bei der Offenbarung Jesu Christi. Ihn habt ihr nicht gesehen, und dennoch liebt ihr ihn; ihr seht ihn auch jetzt nicht; aber ihr glaubt an ihn und jubelt in unsagbarer, von himmlischer Herrlichkeit verklärter Freude, da ihr das Ziel des Glaubens erreichen werdet: euer Heil. (1 Petr 1, 5-9)

Samstag, 23. April 2011

Karsamstag

Surge, qui dormis,
et exsurge a mortuis,
et illuminabit te Christus
(Eph 5,14)

Aus einer Homilie am großen und heiligen Sabbat (Epiphanius (+ 515) zugeschrieben)

Der Abstieg des Herrn in die Welt des Todes

Was ist das? Tiefes Schweigen herrscht heute auf der Erde, tiefes Schweigen und Einsamkeit. Tiefes Schweigen, weil der König ruht. "Furcht packt die Erde, und sie verstummt" (Ps 76,9), weil Gott - als Mensch - in Schlaf gesunken ist und Menschen auferweckt hat, die seit unvordenklicher Zeit schlafen. Gott ist - als Mensch - gestorben, und die Unterwelt erbebt. Gott ist für kurze Zeit in Schlaf gesunken und hat die in der Welt des Todes auferweckt (vgl. Mt 27,52).

Er geht auf der Suche nach dem erstgeschaffenen Menscen wie nach dem verlorenen Schaf (vgl. Luk 15,3ff). Besuchen will er, "die völlig in Finsternis sitzen und im Schatten des Todes" (Lk 1,79). Er kommt, um den gefangenen Adam und die mitgefangene Eva von ihren Schmerzen zu erlösen, er, zugleich Gott und der Eva Sohn (vgl. Gen 3,15).
Er fasst Adam bei der Hand, hebt ihn auf und spricht: "Wach auf, Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein!" (Eph 5,14) Ich habe dich nicht geschaffen, damit du im Gefängnis der Unterwelt festgehalten wirst. "Steh auf von den Toten!" Ich bin das Leben der Toten. Steh auf, mein Geschöpf, steh auf, meine Gestalt, nach meinem Abbild geschaffen! Erhebe dich, lass uns weggehen von hier! Du bist in mir und ich in dir (vgl. Joh 17, 21.23), wir sind eine unteilbare Person. Deinetwegen wurde ich dein Sohn, ich, dein Gott. Für dich nahm ich, der Herr, deine Knechtsgestalt an. Für dich kam ich auf die Erde und unter die Erde, ich, der über den Himmeln thront. Für dich, den Menschen, bin ich ein Mensch geworden "ohne Hilfe, frei unter den Toten" (Ps 88, 5.6 (LXX)). Du wurdest vom Garten ausgestoßen, ich wurde vom Garten aus den Juden überliefert und in einem Garten begraben.

Sieh den Speichel in meinem Gesicht! Deinetwegen ließ ich es geschehen, um dir den Anhauch des Ursprungs wiederzugeben (Gen 2,7). Sieh die Backenstreiche, die ich empfing, um deine verderbte Gestalt nach meinem Bild wiederherzustellen.

Sieh die Spur der Geißelhiebe auf meinem Rücken, die ich mir gefallen ließ, um deine Sünden zu vernichten, die auf deinem Rücken lasten. Sieh meine Hände, die so glückverheißend mit Nägeln an das Kreuz geheftet sind, deinetwegen: denn du strecktest (einst) zu deinem Unglück deine Hände aus nach dem Holz. Ich entschlief am Kreuz, und die Lanze durchbohrte meine Seite, für dich, denn im Paradies fielst du in Schlaf und brachtest aus deiner Seite Eva hervor. Meine Seite heilte die Wunden deiner Seite. Mein Schlaf wird dich aus dem Schlaf der Totenwelt herausführen.

Fra Angelico (1395-1455): Grablegung Christi 

Freitag, 22. April 2011

Karfreitag...


O Haupt voll Blut und Wunden,
Voll Schmerz und voller Hohn,
O Haupt, zum Spott gebunden
Mit einer Dornenkron’,
O Haupt, sonst schön gezieret
Mit höchster Ehr’ und Zier,
Jetzt aber hoch schimpfieret:
Gegrüßet sei’st du mir!

Donnerstag, 21. April 2011

Gründonnerstag...

Dann ging er hin, zu sterben
aus liebevollem Sinn,
gab, Heil uns zu erwerben,
sich selbst zum Opfer hin.

aus dem Missale Romanum

Freitag, 15. April 2011

Mein Goldstück: Der grosse Sonntags-Schott

Ich sammele Bücher. Ja, es ist eine Sucht geworden; ich kann es nicht lassen Bücher zu kaufen; auch wenn ich sie längstens gelesen habe und sie eigentlich nicht brauche. Es war immer so, aber seitdem es Amazon gibt, und seitdem es dort sogar noch gebrauchte Bücher für knappe 10 Cent gibt (pluss Versandkosten natürlich) ist die Krankheit gar nicht mehr im Griff zu halten.

Unter meinen Büchern habe ich natürlich ziemlich viel religiöse Literatur. Es gibt Breviere nach römischem und nach benediktinischem Ritus, alt und neu, Proprien für die Dominikaner, für die Karmeliten, Messbücher secundum Ioannem XXIII, secundum Pium V, secundum Paulum VI. Inzwischen ist die Sammlung an Mess- und Stundenbücher so groß geworden dass ich glatt eine mittelgrosse Niederlassung deutscher Ordenschwestern mit Gebetbüchern ausstatten könnte. Und sollten die Nönnchen sich für'n Wechsel in den Ausserordentlichen Ritus entscheiden, wäre es auch kein Problem (Bücher genug).

Nun, unter all diesen Perlen besitze ich ein Goldstück was mir ganz viel bedeutet. Es liegt immer auf meinem Schreibtisch und aus Sorge, dass es bald kaputtgeht nehme ich es selten in die Kirche mit. Es ist der 1975 herausgegebene GROSSE SONNTAGSSCHOTT mit den "Originaltexten der authentischen deutschen Ausgabe des Messbuchs und des Lektionars, ergänzt mit den lateinischen Texten des Missale Romanum."

Warum ist mir dieses Buch so lieb? Erstens muss jeder Katholik ein Messbuch besitzten, um sich auf die Feier der heiligen Messe vorzubereiten, um ggf. mitlesen zu können, wenn die Messe in fremder Sprache gefeiert wird, um nach der Messe über die Schriftlesungen nachsinnen zu können.

Ich bin ein Kind der Messe von Paulus VI, ich habe die Zeit der "alten" Messe nicht erlebt. Zwar habe ich den außerordentlichen Ritus aufgesucht; in Berlin, in New York, in Fontgombault, in Paris, aber noch habe ich keinen richtigen Zugang zu ihm. Wenn die "neue" Messe würdig und richtig gefeiert wird, fühle ich mich wie vor die Engel versetzt (diese Freude ist leider schon eine echte Seltenheit). Aus diesem Grund freue ich mich besonders über ein Messbuch des Novus Ordo. Es ist auch ein Sammlerstück, da es die Lesejahre A-B-C beinhaltet, statt diese dämlichen neuen Auflagen, die nur für ein Lesejahr gut sind (was für eine Verschwendung, denkt jemand noch an den Regenwald?), und da es die Gebete, Präfationen, den ganzen Messordo, ja eigentlich alles bis auf die Lesungen auch auf Latein hat, ist es mir besonders katholisch. Ich kann mir nicht vorstellen dass man je dieses Messbuch (im Gegensatz zum Messbuch von Pius V, das ja gerade eine Wiedergeburt erlebt) wiederauflegen wird, was ich schade finde. Zu guter Letzt: meine Ausgabe habe ich von einer von mir sehr geschätzte Ordensschwester bekommen; als ihre rabiaten Mitschwestern den Ofen mit diesen Messbüchern füttern wollten (denn was will man noch mit Latein?), hat sie eins für mich versteckt. Vergelt's Gott!

Früher war das Besitzen eines Messbuchs, eines Schotts gang und gäbe. Jetzt ist es nicht mehr selbstverständlich. Wie praktisch wär's wenn man immer das Messbuch in der Tasche oder im Rucksack dabei haben könnte. Heute, wenn man in Sommerferien verreist, braucht ja der arme Gläubige mindestens einen Umzugswagen, um sein Sonntagsmessbuch, sein Wochentagsmessbuch Band I, sein Wochentagsmessbuch Band II, vielleicht sein Brevier mitzukriegen. Wie praktisch wäre es mit einem einzigen Messbuch für Sonn- und Werktage (einiges wiederholt sich doch).

Bei ZAVB.com und Amazon.de scheint es den grossen Sonntags-Schott gebraucht zu geben.